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24. Oktober 2005

Der Statistik-Beobachter (1)

Atheisten begeisterter beim Religionsunterricht

Theologe der Universität Jena untersuchte Einstellung Thüringer Schüler zum Religionsunterricht. (Informationsdienst Wissenschaft, Meldung 126773)

"In seiner im Schuljahr 2003/04 an Thüringer Gymnasien und Regelschulen unter 1.205 Schülern durchgeführten Studie untersuchte Wermkes Team, was diese motiviert, den evangelischen Religionsunterricht zu besuchen, und wie sie dem Fach gegenüber eingestellt sind."

Erste Ergebnisse: "Atheisten sind begeisterter bei der Sache als getaufte Schüler, ermittelten die Religionspädagogen der Universität Jena. 83 Prozent der ungetauften Mädchen Mädchen und rund 72 Prozent der ungetauften Jungen gehen gerne in den Religionsunterricht, während dies nur 76 Prozent der getauften Mädchen und rund 71 Prozent der getauften Jungen tun."

Schlussfolgerung: Die Ergebnisse der Studie "lassen zumindest erwarten, dass das Fach, welches 1991 als ordentliches Unterrichtsfach an Thüringer Regelschulen und Gymnasien eingeführt wurde, sich in seiner Sympathie bei den Schülern weiterhin stabilisiert."

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Anmerkung:

Wie aus den Anlagen der Studie hervorgeht, sind von den befragten Schülern, die freiwillig am Religionsunterricht teilnehmen, 328 (= 27 %) konfessionslos und 877 (= 73 %) Kirchenmitglieder.

In Thüringen werden nach einer vorläufigen Berechnung rund 24 % der Kinder getauft. In einem repräsentativen Sample müssten enstprechend  24 % Kirchenmitglieder und 76 % Konfessionslose vorhanden sein. Die tatsächliche Auswahl stellt diese Erfordernisse auf den Kopf.

Da die Teilnahme freiwillig ist, werden das Drittel der Konfessionslosen, die am Religionsunterricht teilnehmen, auch die motivierteren sein, die sich für Fragen der Religion mehr interessieren als die  zwei Drittel der konfessionslosen Schüler, die nicht am Religionsuntericht teilnehmen.

In diesem Sinne ist die Schlussfolgerung zwangsläufig, dass Motiviertere auch begeisterter sind. Für alle Konfessionslosen ist eine derartige Feststellung methodisch jedoch nicht korrekt.

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