Unter diesem Titel fasst der Psychiater und Neurologe Manfred Spitzer eine ganze Reihe von Untersuchungen zusammen, die überprüfen, ob ein Zusammenhang zwischen Moral und Religiosität besteht. Hypothese ist das Selbstverständnis: Religiöse Menschen sind "moralischer" – im Sinne von Wahrheit, Nächstenliebe, Hilfsbereitschaft.
In verschiedenen Versuchsanordnungen zeigt sich ein solcher Zusammenhang nicht. Sich selbst als religiös Verstehende, sind keineswegs hilfsbereiter, spendenfreudiger oder der Wahrheit beflissener als Nicht-Religiöse.
Verschiedene Studien stellten fest:
- Starke Religiosität führt, wenn überhaupt, zu mehr Intoleranz.
- Wer an Gott glaubt, wird stärker gewalttätig, wenn er zuvor liest, dass Gott die Gewalt sanktioniert hat.
- Männer, die deutlich gewalttätiger sind als Frauen, sind zudem empfänglicher für die aggressionsfördernden Auswirkungen religiöser Texte.
Die einzige gemeinsame Basis für eine verbindliche "Weltkultur" liegt daher in der Wissenschaft.