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04. Oktober 2007

Muslime in Deutschland

Wer auf die Frage: "Wie viele Muslime gibt es in Deutschland" eine eindeutige Zahl als Antwort gibt, hat mindestens etwas Falsches gesagt. Diese Zahl ist nicht bekannt und alles, was im öffentlichen Raum an Zahlen besteht, sind mehr oder minder grobe Schätzungen.

Als "statische Ausgangslage" wird von der Bundesregierung die Volkszählung 1987 genommen und da die dort ermittelten Werte besagten, dass von den damals sich zum Islam Bekennenden rund 80 % aus der Türkei stammten, sind seit dem 9.11.2001 - als die Staatsangehörigkeiten der Migranten durch die Religionszugehörigkeiten ersetzt wurden -, alle Türken vereinfacht Muslime und alle Muslime Türken. Dieser Verallgemeinerung entsprechend werden - auf Grundlage des Ausländerzentralregisters - alle Migranten, die aus überwiegend muslimischen Ländern stammen, als Muslime gezählt. Das hat die gleiche Richtigkeit, als ob man alle Deutschen - da derzeit rund 62 % der Deutschen als Kirchenmitglieder erfasst sind -, als "Christen bezeichnen  würde.

Da es zudem im Islam keine formelle Zugehörigkeit zur Glaubensgemeinschaft gibt, ist eine inhaltliche Klärung notwendig. Mit Hilfe der ALLBUS-Daten zum Moscheebesuch hat sich Carsten Frerk in seinem Artikel "Muslime in Deutschland" dieser Klärung muslimischer "Religiosität" und Religionszugehörigkeit ansatzweise angenähert.

Die Verweise auf die Defizite der empirischen Forschung zu diesen Fragen sind dabei als wesentlich zu betrachten.

 

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