Das Land Berlin hat hinsichtlich des weltanschaulichen Unterrichts an den öffentlichen und privaten allgemein bildenden Schulen eine Regelung, dass den Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften dieses Angebot 'überlassen' bleibt und die Personalkosten über "Gestellungsverträge" mit dem Land Berlin finanziert werden. Die Teilnahme an diesem Unterricht ist absolut freiwillig und hat keinerlei Relevanz für den schulischen Erfolg. Es ist also eine Art offener "Angebotsmarkt", auf dem verschiedene Anbieter konkurrieren.
Im aktuellen Schuljahr nehmen nur die Hälfte aller Schüler in Berlin eines dieser Angebote wahr, d.h. an einem dieser Unterrichte teil. Hinsichtlich der Jahrgangsstufen sind dabei die Unterschiede gravierend: Während in den Jahrgangstufen 1-4 (also den "Kleinen") rund drei Viertel aller Schüler (77 %) an einem solchem Unterricht teilnehmen, ist es in der Jahrgangsstufe 11 - 13 (den "Ältesten") nur noch jeder Zehnte (11 %).
Das allein verweist bereits auf den empirischen Hintergrund der politischen Absicht, ein Schulfach "Ethik / Philosophie" in Berlin einzuführen.
Die Teilnahmequote an einem weltanschaulichen Unterrichtsangebot hat sich in den vergangenen zehn Schuljahren relativ und absolut erhöht (von 34,5 % auf 49,3 % aller Schüler). Diese Ausweitung wird durch die stärkere Annahme der Humanistischen Lebenskunde verursacht (plus 135 %). Die Teilnehmerzahlen am evangelischen Religionsunterricht in Berlin gingen in den vergangenen zehn Schuljahren zurück (minus 8 %), die Zahl der Teilnehmer am katholischen Religionsunterricht ist dagegen stabil bis leicht ansteigend (+ 3 %).
Von den elf verschiedenen Anbietern des Religions- und Weltanschauungsunterrichts in Berlin decken der evangelische und katholische Religionsunterricht sowie die Humanistische Lebenskunde rund 96 % des Angebots ab. Die weiteren acht Anbieter sind für die restlichen 4 % zuständig.