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27. April 2006

Religionsunterricht? Ja - aber nur freiwillig!

Bundesfamilienministerin von der Leyen will - im Schulterschluss mit den beiden großen Kirchen in Deutschland - den Menschen wieder mehr Werte vermitteln, christliche Werte. Eine dieser Vermittlungsagenturen war bisher bereits der Religionsunterricht an öffentlichen und privaten Schulen in Deutschland. Ausschließlich von Lehrern mit kirchlicher Lehrerlaubnis unterrichtet, hat er also einen hohen Stellenwert.  Mitnichten.

Das Grundgesetz räumt dem ("Bekenntnis gebundenen") Religionsunterricht den hohen Rang eines ordentlichen Lehrfaches ein, d.h. mit Noten und Versetzungsrelevanz. Das war 1949.

In einer Umfrage des Magazins chrismon im Jahre 2003 hinsichtlich des Stellenwertes des Religionsunterrichtes will zwar ein Drittel (33 %) weiterhin diesen Unterricht als ordentliches Schulfach (überwiegend im Rang eines Nebenfachs), aber die absolute Mehheit von zwei Dritteln der Befragten (66 %) lehnt eine Benotung oder Versetzungsrelevanz des Religionsunterrichtes völlig ab.

Diese Mehrheit möchte entweder ein reguläres Angebot mit freigestellter Teilnahme (41 %), freiwillige Religions-AG's (12 %), einen Religionsunterricht nur auf ausdrücklichen Wunsch der Schüler (6 %) oder will, dass der Religionsunterricht generell von den öffentlichen Schulen ferngehalten wird ( 7 %).

Auch in den Bundesländern (in denen es in dieser Frage einen eindeutigen Nord-Süd-Anstieg zugunsten des Religionsunterrichtes als Schulfach gibt  - Im Sinne von: je katholischer, deso eher als Schulfach) mit den höchsten Anteilen dieser Zustimmungen (Bayern und Baden-Württemberg) stellen die  Befürworter des ordentlichen Lehrfaches keine Mehrheit.

Die Bundesregierung will also eine "religiöse Pflicht-Offensive" starten, für die es in der Bevölkerung - am Beispiel des Stellenwertes des Religionsunterrichtes aufgezeigt - keine Mehrheit gibt. Ein freiwilliges Wahl-Angebot würde wahrscheinlich auf eine größere Zustimmung treffen - allerdings auch das Risiko bergen, dass es nicht angenommen wird.

 

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